Gedanken zum realen Fabrikprojekt 1990

12.6.1990 II Das Konzept unserer Holzproduktion lässt sich recht einfach auf größere Maßstäbe übertragen. Momentan arbeiten wir im Rohbau mit nur einer Sorte von Brettern für die Baden und einer Sorte Latten die Ständer. Für Rückwände verwenden wir Pappelsperrholz. Falls wir noch Tischplatten und Hochbetten usw. reinnehmen würden, brächten wir noch eine weitere Sorte dickerer Bretter. Wir können keine Stämme selbst aufsägen und trocknen auch keine Bohlen passend längssägen. Dafür fehlen uns Technik, Erfahrung, Maschinen und Platz. Durch Vierseitenhobel Breitbandschleifer und Verleimanlage ließe sich ein grosser Teil der Arbeitszeit einsparen. Aber dann müßte soviel Material durch die neuen Anlagen laufen, um sie wirtschaftlich zu betreiben, wie es sich in Oldenburg nur mit Konkurrenzkampf und Verdrängungswettbewerb durchsetzen liesse. Was wir schon rein politisch ablehnen. Stattdessen wäre es sinnvoller, die Vorproduktion noch weiter zu treiben, zentral herzustellen und in den verschiedenen Städten an Filialen auszuliefern. Die machen nur Endfertigung, Zusammenbau, Anstrich, Auslieferung und Einbau mit wenig Maschinen Kapital und Raumbedarf. Das werden richtig schöne Doppeltprojekte, die im politisch kommunikativ kulturell künstlerischen Bereich die Belebung, Verbreitung und Verwirklichung friedlich anarchistisch sozialer Ideen Lebensformen und Projekte voranbringen. Durch unsere gut organisierte Vorproduktion und Marketing bräuchten die Kollektivmitglieder nur etwa 2o/25 Std für ihre Bedürfnisse zu arbeiten und hätten noch genug Zeit Kraft und Fantasie für die andere Seite des Projekts. Dabei könnten sie alle Möglichkeiten der Fabrik nutzen, die sie als Doppelprojekt für Kunst, Kultur, Kommunikation und Verwirklichung von Anarchie in Theorie und Praxsis brauchen. Auch die technischen Möglichkeiten von Maschinenausleihe Anleitungen und Praktika Fahrgelegenheiten mit den Fahrzeugen der Fabrik die regelmäßig ausliefern und auch zurückbringen was an Tauschmöglichkeiten mit Betrieben vor Ort möglich ist. In den Filialen ist eine richtige Wanderung möglich vielleicht angefordert wenn viel zu tun ist oder Spezialisten benötigt werden. Nur muß eine Konstanz gewahrt bleiben und so darf eine Gruppe in einer bestimmten Form auch eine Grösse nicht unterschreiten wenn die Durchmischung mit Verantwortlichen und Praktikanten stimmen soll und die Zwänge für den einzelnen nicht zu groß werden sollen. Das wesentliche Hindernis dieses ganz einfache und praktikabele Konzept zu verwirklichen, ist die Sperre im Gehirn der Menschen die meinen anarchischen Zielen zustreben muß etwas ganz besonderes sein schon in der Ausführung der ganz einfachen Grundlagen muß die Post abgehen der Poge den Kopf zerreißen ein Wahnsinnsgefühl der Quasierlsung alles erfassen. Natürlich werden jetzt wieder die Pubertären ihre kleine überschaubaren anarchistischen Antiwelten ebenso wie die Elitären ihre Ansprüche an eine saubere heile Tausch- Bastel- Garten- Landbauidylle gestärkt sehen. Forderungen, alles zu lassen, was sich mit einer kleinbürgerlichen  Anarchievorstellung von einer Erlösung schon gleich wenn es losgeht nicht vereinbaren lässt. überhaupt ist der Begriff anarchistische Fabrik für alle eine Absurdität, die nur von dem Ideal einer schönen reinen und in jeder Beziehung stimmenden Welt ausgehen. und nicht von ihrer eigenen Betroffenheit und den zu verwirklichenden unvollkommenen Formen zu den Brüchen die da entstehen und mit den wir dann leben müssen wenn wir aus den Elfenbeintürmen in die Realität hinuntersteigen. Wer tatsächlich mit anderen Menschen in Projekten lebbare und dadurch auch vermittelbare Formen zu entwickeln versucht, wird zumindestens nach seinen ersten Erfahrungen anders herangehen. Lebbar heißt ausdrücklich nicht eine primitiven Mangelwirtschaft mit 70 Wochenstunden Fronarbeit in selbstdiktierten primitivsten Arbeitsformen ohne Elektrizität und Chemie. Sondern eine kritische Überprüfung aller technischen Fortschritte. Dabei müssten alle Techniken auf Umweltschädlich, Gefährlichen, Verstreßend, Kommunikationshemmend, Phantasie-zersetzend, Lusthemmend untersucht und entweder umgewandelt oder durch andere Produktionsweisen ersetzt werden. Selbstverständlich müssen sie auch dienend unterstützend nicht dominierend- bestimmend sein. Wir werden nach uns suchen müssen im modernen Leben mit Fernsehen Telefon Auto industrialisierten Nahrungsmitteln und digitalisierter Kommunikation. Suchen nach unseren Lebensgefühl Rhythmus nach Gesundheit, nicht nach Arbeitsfähigkeit also künstlich einem kranken Körper mit Penecillin Wachmachern und Schlafmitteln fitmachen. Wir müssen auch daran glauben daß wir unser Ideal nicht dadurch zerstören das wir zwar den Anspruch erheben Anarchie zu verwirklichen aber noch so vieles falsch machen weil wir gleichzeitig verwirklichen und leben müssen.

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